Erbe

Eine Reise durch die Geschichte und Kultur Mallorcas

Kulturerberoute in Binissalem

Binissalem ist nicht nur für seine außergewöhnlichen Weine bekannt, sondern auch für sein reiches historisches und kulturelles Erbe. Es beherbergt eine Vielzahl von Denkmälern und architektonischen Kulturgütern, wie barocke Häuser oder Landgüter, die zusammen mit anderen Elementen wie Mühlen, Brunnen oder Wegkreuzen die Geschichte und Tradition der Gemeinde im Laufe der Jahrhunderte perfekt widerspiegeln. Die Kulturroute von Binissalem ermöglicht es den Besuchern, diese Schätze zu entdecken und mehr über die Geschichte dieses Dorfes zu erfahren, das eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Kulturlandschaft Mallorcas gespielt hat.

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Binissalem

Offen für Dich

Bahnhof

Carrer Gaspar Vallès, 9–11

Der Bahnhof von Binissalem, Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet, ist ein Zeugnis für die Bedeutung der Eisenbahn in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Region. Die Station war ein Schlüsselpunkte für den Transport von Waren, insbesondere Wein und Stein – den symbolträchtigen Produkten von Binissalem. Auch die Schuhindustrie wurde im 20. Jahrhundert zum wirtschaftlichen Motor des Ortes. Die Architektur des Bahnhofs bewahrt historische Elemente, die an das goldene Eisenbahnzeitalter der Insel erinnern. Heute ist er nach wie vor ein wichtiger Knotenpunkt für Einwohner und Touristen, die Mallorca mit dem Zug erkunden möchten.

Rathaus

Carrer Concepció, 7

Das Rathaus von Binissalem ist ein emblematisches Gebäude im Herzen der Gemeinde. Erbaut im 17. Jahrhundert, zeigt es im Stil des 19. Jahrhunderts mit neoklassizistischen Einflüssen den Wohlstand und das Wachstum des Ortes in dieser Zeit. Das Rathaus ist nicht nur das Verwaltungszentrum von Binissalem, sondern auch ein Symbol seiner Geschichte und seines Erbes. Im Inneren finden Besucher historische Dokumente, Fotografien zur Entwicklung der Gemeinde im Laufe der Jahre sowie das Gemeindearchiv. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts, in den 1970er-Jahren und nochmals in den Jahren 2010–2011 renoviert.

Kirche Santa Maria de Robines

Plaça de l’Església

Die Kirche Santa Maria de Robines, im 18. Jahrhundert auf den Resten einer älteren Kirche erbaut, ist eines der bedeutendsten Monumente von Binissalem. Im barocken Stil errichtet, besticht sie durch ihre eindrucksvolle Fassade – insbesondere die Seite, die zum Platz zeigt – sowie durch ihren Glockenturm, den zweithöchsten auf Mallorca, der majestätisch als visuelles Wahrzeichen des Ortes schon aus mehreren Kilometern Entfernung sichtbar ist. Darüber hinaus bewahrt sie gotische Elemente, wie das Hauptportal, sowie neugotische Details, darunter Teile des Glockenturms, die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Es handelt sich bereits um den dritten Sakralbau, der an diesem Standort errichtet wurde.

Steinmetze (Picapedrers)

Plaça de l’Església

Die Steinmetze spielten eine entscheidende Rolle in der Geschichte Binissalems. Die Tradition der Steinbearbeitung reicht hier Jahrhunderte zurück und hat wesentlich zur architektonischen Landschaft Mallorcas beigetragen. Der Binissalem-Stein, ein hochwertiger und langlebiger Kalkstein (piedra viva), wurde beim Bau zahlreicher historischer Gebäude der Insel verwendet. Den Steinmetzen ist eine Skulptur aus dem Jahr 1986 gewidmet, geschaffen vom aus Binissalem stammenden Künstler Guillem Terrassa Pol „Mequis“. Sie würdigt die Bedeutung dieser Handwerker und ihre Kunst, die durch Workshops und Vorführungen lebendig bleibt und jährlich auf der Fira de la Pedra i l’Artesania (Stein- und Handwerksmesse) gefeiert wird.

Bauern und Weinleser (Pagesos Vermadors)

Verschiedene Punkte in der Gemeinde

Plaça de l’Església Die Pagesos Vermadors, oder einfach Vermadors, wie sie im Ort genannt werden, repräsentieren die Winzer von Binissalem, die seit Generationen die Weinberge anbauen und ernten. Diese Gruppe ist ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen und wirtschaftlichen Identität der Gemeinde. Das Weinfest „Festa des Vermar“, das jedes Jahr im September gefeiert wird, ehrt unter anderem diese Arbeiter mit traditionellen Aktivitäten, Umzügen und Wettbewerben. Die Pagesos Vermadors sind ein Symbol für den Einsatz und die Hingabe, die Binissalem zu einem Referenzort für Weinproduktion gemacht haben. Diese Statuen, datiert auf 1985, stammen ebenfalls vom Künstler Guillem Terrassa Pol „Mequis“.

Can Tiró de ses Bolles

Carrer Pere Estruc, 2

Can Tiró de ses Bolles, ein Gebäude aus dem 17.–19. Jahrhundert, wurde restauriert, um seine ursprüngliche Struktur zu bewahren. Es ist im traditionellen Stil mit manieristischen Einflüssen erbaut, die sich in den Details der Öffnungen zeigen: den Portalgewänden und rustizierten Bauteilen, den Fenstern des Obergeschosses mit Stein-Kugeln (bolles) über dem Dreiecksgiebel sowie den Fenstern des Vorbaus.

Kirche Cals Augustins

Carrer Canonge Barceló

Die Kirche von Cals Agustins, im 19. Jahrhundert erbaut, ist ein schönes Beispiel religiöser Architektur in Binissalem. Diese neugotische Kirche, dem Geheimnis der Verklärung des Herrn geweiht, fällt durch ihre schlichte Fassade und ihr zugleich strenges wie elegantes Inneres auf. Sie trägt den Namen der Kongregation der Drittordensbrüder des hl. Augustinus von Binissalem, die im Juni 1857 gegründet wurde. Heute ist der celler in Privatbesitz. Während das Klostergebäude inzwischen andere Funktionen erfüllt, bleibt die Kirche weiterhin ein aktiver Ort des Gottesdienstes, kultureller Veranstaltungen und ein bedeutendes historisches Monument.

Wegkreuze (Creus de Terme)

Carrer des Reg

Die Creu de Terme ist ein Steinkreuz aus dem 20. Jahrhundert in traditioneller Typologie, das mitten auf der Straße an der Kreuzung von Carrer sa Creu und Carrer des Reg steht.

Kreuz am Weg nach Biniali

Camí de Biniali

Das Kreuz am Weg nach Biniali, datiert zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert, gehört ebenfalls zur traditionellen Typologie. Diese Kreuze, typisch für Mallorca, markierten die Ortsgrenzen und dienten als Orientierungspunkte und spiritueller Schutz für Reisende. Beide sind schlicht und ohne Dekoration.

Molí des Cós

Carretera Palma–Inca, Km 23

Die Molí des Cos ist eine der herausragendsten Getreidemühlen mit Windantrieb in Binissalem und ein emblematisches Bauwerk der mallorquinischen Kulturlandschaft. Erbaut im Jahr 1519 und später renoviert, diente diese volkstümliche Mühle dem Mahlen von Getreide – einer wesentlichen Tätigkeit für die lokale Wirtschaft. Diese Mühlen mit ihren majestätischen Flügeln sind ein Symbol für den Einfallsreichtum und die harte Arbeit vergangener Generationen. Zu den weiteren bedeutenden Mühlen in der Gemeinde gehört die Molí de sa Goleta, gelegen im Bereich des alten Robines.

Pou Poal

Camí des Pou Poal – Zugang über Camí des Blanquers

Der Pou Poal ist einer der zahlreichen historischen Gemeinschaftsbrunnen in Binissalem. Diese Brunnen waren entscheidend für die Wasserversorgung der Gemeinde, insbesondere in Trockenzeiten. Der zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert datierte Pou Poal ist der einzige noch erhaltene Zigonyal-Brunnen auf Mallorca. Er zeugt von der großen Bedeutung des Wassers für das tägliche Leben und die Landwirtschaft. Die Anlage umfasst den Brunnen, den Damm, das Pflaster, den Rand, zwei unvollständige Pfeiler und zwei Steinmonolithen aus piedra viva, die bis ins 18. Jahrhundert zur Installation eines Schwingbalken-Mechanismus zur Wasserförderung dienten. Andere Brunnen in der Gemeinde haben ebenfalls interessante Geschichten und sind Beispiele traditioneller mallorquinischer Wasserbaukunst.

Alter Friedhof

Alter Friedhof (Cementeri Vell)

Der Cementeri Vell ist der alte Friedhof von Binissalem und die letzte Ruhestätte vieler Generationen von Einwohnern. Er stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde auf dem Gelände des ersten Friedhofs aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Heute bleibt er eine Stätte von historischer und kultureller Bedeutung, die von Besuchern aufgesucht wird, die ihren Vorfahren gedenken und mehr über die Vergangenheit der Gemeinde erfahren möchten. Seine Lage – inzwischen am Rand des bebauten Ortskerns – macht ihn weiterhin zu einem Ort von großer Relevanz für die Bevölkerung von Binissalem.

Biniagual

Camí de Biniagual – Camí de Muro

Biniagual ist ein historischer Weiler mit mittelalterlichen Ursprüngen, hervorgegangen aus einer muslimischen alquería (Gehöft). Er spiegelt die traditionelle Architektur und Lebensweise Mallorcas wider. Die kleine Ansiedlung, deren Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, besteht aus Steingebäuden, die um einen zentralen Platz gruppiert sind. Typische Merkmale wie Holztüren und arabische Ziegeldächer sind erhalten geblieben. Der Weiler ist ein Zeugnis der landwirtschaftlichen Geschichte der Region, insbesondere ihres Weinbaus. Die lokalen Weingüter, die seit Jahrhunderten ein wesentlicher Teil der Wirtschaft sind, sind noch heute in Betrieb und produzieren Weine, die die Weinbautradition der Region widerspiegeln.